Weicher werden, ohne Verantwortung zu vermeiden
Peter Baumann spricht diesen Tag vollständig für dich ein — ruhig, in deinem Tempo, zum Mitgehen statt zum Mitlesen. Die Aufnahme öffnet sich, sobald du kostenlos angemeldet bist.
Begleite Schuldgefühle heute mit Reiki, ohne dich freizusprechen oder dich weiter zu bestrafen.
Schuldgefühle drehen sich meist um dich selbst. Verantwortung dreht sich um das, was zu tun ist. Schuldgefühl ist oft laut, Verantwortung oft stiller. Reiki hilft, beides nicht zu verwechseln. Nimm heute eine Sache, die dich beschäftigt, und leg die Hände auf, ohne sie zu erklären.
Frag dann nur eines: Gibt es hier etwas Konkretes zu klären? Wie zwei Schalen: eine voller alter Schwere, eine mit klarem Wasser für das Nötige. Wenn es etwas zu tun gibt, notier es und tu es. Wenn nicht, ist das Gefühl alte Gewohnheit und braucht keine weitere Runde. Beides erleichtert, nur auf verschiedene Weise. Und prüf, ob du dieselbe Strenge auch bei einem Freund anlegen würdest. Meist nicht — und dieser Unterschied ist die eigentliche Auskunft. Schuldgefühl richtet sich fast immer nur nach innen. Sag dir heute einmal den Satz, den du einem Freund sagen würdest, und leg dabei die Hände auf.
Nimm die heutige Übung wie zwei Schalen: eine voller alter Schwere, eine mit klarem Wasser für das Nötige. Das Bild beweist nichts, es trennt nur, was durcheinandergeraten ist. Schuldgefühl und Verantwortung sehen sich ähnlich und tun das Gegenteil: das eine lähmt und dreht sich im Kreis, das andere führt zu einem Schritt, den man tatsächlich gehen kann. Solange beides in einer Schale liegt, geschieht nichts. Unterscheide heute, was dir wirklich gehört und was du dir nur aufgeladen hast.
Der Aufbau bleibt schlicht. Ein Platz ohne Anforderung, ein Sitz, der von allein hält, und ruhig etwas mehr Zeit als sonst. Beginne mit Gassho, ohne dich dabei zu prüfen. Wenn die Handflächen sich berühren, geht es nicht um Freispruch und nicht um Anklage, sondern ums Sortieren. Zwei Schalen, sauber getrennt: eine voller alter Schwere, eine mit klarem Wasser für das Nötige.
Lege die Hände auf Herz und Solarplexus. Frage nach der Sitzung: Gibt es etwas Konkretes zu klären, oder trage ich nur alte Gewohnheit? Stell die Frage wirklich erst danach. Während der Übung gehört das Thema nur unter die Hände, nicht auf den Prüfstand. Wenn es dich schon dabei umtreibt, kehr zur Wärme unter der Hand zurück, so oft es nötig ist.
Die Frage danach hat nur zwei mögliche Antworten, und beide erleichtern. Gibt es etwas Konkretes zu klären, dann schreib es auf und mach den ersten Schritt — meist ist es ein Anruf oder ein einziger Satz. Ist da nichts Konkretes, dann ist das Gefühl alte Gewohnheit und braucht keine weitere Runde. Schuldgefühl dreht sich um dich, Verantwortung dreht sich um die Sache. Wer das einmal auseinanderhält, verliert deutlich weniger Kraft.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Schülerin fühlte Schuld, ohne zu wissen wofür. Nach Reiki blieb eine konkrete Entschuldigung übrig, alles andere durfte gehen.
Übrig blieb eine konkrete Entschuldigung, alles andere durfte gehen — das ist ein gutes Ergebnis und ein seltenes. Diffuse Schuld hat kein Gegenüber und lässt sich deshalb nie erledigen. Sortier heute also zuerst: Gibt es jemanden, bei dem etwas zu klären ist? Wenn ja, tu es. Wenn nein, dann ist das Gefühl eine Gewohnheit und braucht keine weitere Runde.
Bleib sitzen, bevor du die Frage stellst, und lass das Gefühl noch einen Moment ohne Erklärung da sein. Wie zwei Schalen: eine voller alter Schwere, eine mit klarem Wasser für das Nötige — man sortiert erst, wenn beide abgestellt sind.
Schreib heute nur auf, was konkret zu klären ist. Wenn nichts übrig bleibt, schreib genau das hin: nichts zu klären. Dieser Satz sieht unscheinbar aus und wirkt erstaunlich. Nach ein paar Wiederholungen erkennt man, wie viel von dem Gefühl reine Gewohnheit war.
Leg die schwerere der beiden Schalen für heute weg. Nimm eine Frage mit: Welche Schuld wird kleiner, wenn du echte Verantwortung klar benennst? Antworte nicht sofort. Meist schrumpft das diffuse Gefühl in dem Moment, in dem ein konkreter Satz daraus wird, den man aussprechen oder aufschreiben kann.
Verantwortung zu übernehmen ist unbequemer als sich schuldig zu fühlen, aber es kostet weniger Kraft. Schuld dreht sich, Verantwortung geht weiter, und der Körper spürt den Unterschied deutlicher als der Kopf. Bei der einen wird die Brust eng, bei der anderen bleibt sie offen, auch wenn die Sache unangenehm ist. Nimm deshalb mit, was heute sortiert werden konnte: zwei Schalen, eine voller alter Schwere, eine mit klarem Wasser für das Nötige. Aus der einen trinkt man nicht. Die andere braucht man täglich.
Deine Antwort gehört in dein persönliches Reiki-Tagebuch. Es wächst mit jedem Tag mit und bleibt allein bei dir.
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